Hauptmenü

Blog

Tipps

Diese Artikel könnten Dich auch interessieren:

Bavaria ... Zyste ... Syrinx ... Protonenpumperhemmer ... Kleinhirn ... Hilfe ... Schaufling ... Hessen ... Selbsthilfegruppe ... Weichteilgeschwulst ... Liquorpassagestörungen ... Erfahrungsbericht ... Rehaklinik ... Klekamp ... Rückenmark ...

Syringomyelie Forum

Benutzername:

Passwort:

Autologin?

Du hast noch keinen Forumzugang? Melde Dich einfach hier an!

Vortrag von Herrn Dr. med. Hechler, Schmerztherapeut in Osnabrück, vom 22.10.2005

[Seite 1] [Seite 2] [Seite 3] [Seite 4] [Seite 5]

Zur Vermeidung von langzeitigen Nebenwirkungen müssen diese Kombinationen gewählt werden. Die früher recht einfach zu handhabende aber in der Langzeittherapie so nebenwirkungsreiche Therapie mit 2x1 Tablette Diclofenac ist deutlich komplizierter geworden ist.

Bei dauerhafter Einnahme von Medikamenten, die den Magen angreifen, ist nach einem halben Jahr einer regelmäßigen Einnahme eine Magenspiegelung zu empfehlen. Dabei kann eine Gastritis Typ C (C=chemisch durch Medikamente verursacht) frühzeitig festgestellt und behandelt werden.
Paracetamol kann Leberschäden verursachen, und ist aber bei gezielter Anwendung mit nur wenig Magen-Darmkomplikationen mäßig wirksam. Schmerzempfindungsreduzierende Mittel wie das Katadolon verursachen manchmal Übelkeit, aber keine Magenschleimhautschäden und kann ohne Magenmittel eingenommen werden.
Bei neurogenen Schmerzen werden Antidepressiva wie das Amitriptylin und immer häufiger auch nebenwirkungsarme Antiepileptika verordnet, um die Erregung der Nerven herabzusetzen und dadurch eine deutliche Schmerzreduktion zu ereichen. Zu diesen Medikamenten gehören im Wesentlichen drei Präparate: Cabamazepin, Tegretal und Gabapentin (Neurontin).

Neu hinzugekommen ist kürzlich das Pregabalin (Lyrica), bei dem das Zulassungsverfahren für zentralen neuropathischen Schmerz noch läuft. Es ist zur Zeit nur für peripheren Neuropathien, wie sie bei Diabetikern vorkommen, zugelassen. Jedoch laufen derzeitig die ersten Studien zur Anwendung bei Schmerzen, die vom zentralen Nervensystem ausgelöst werden.
Die Antiepileptika stabilisieren die Nerven und wirken besonders auf die plötzlich einschießenden brennenden und elektrisierenden Schmerzen. Es dauert eine gewisse Zeit, bis sie eine Wirkung zeigen. Das Gabapentin wird vorgezogen, weil es weniger Müdigkeit hervorruft als Tegretal hervorruft.
Beim Gabapentin wird mit einer Dosierung von 3x300mg begonnen, die bis 3,6g (12 Tabl.) täglich erhöht werden kann. Es dauert ca. 2-3 Wochen bis ein wirksamer Pegel aufgebaut ist und die Therapie anschlägt, so dass sich langfristig die Schmerzsituation verbessert. Es ist kein Medikament zur kurzfristigen Anwendung und sollte stetig aufgebaut werden. Der Blutspiegel und die Leberwerte müssen bei allen Antiepileptika regelmäßig kontrolliert werden. Als Nebenwirkungen können außerdem Schwindel und Fallneigungen auftreten. Überdies fördert Gabapentin die Gewichtszunahme. Deshalb ist eine monatliche Gewichtskontrolle dringend erforderlich. Bei Übergewicht nimmt die Mobilität des Patienten noch mehr ab.

Es gibt kein allgemeingültiges Therapieschema für Schmerzerkrankungen und die Behandlung ist nur sinnvoll, wenn eine merkliche Besserung erwirkt wird. Manchmal dauert es jedoch auch etwas länger, bis das Medikament zu wirkt.
Zum Beispiel beim Katadolon tritt die Wirkung in etwa erst nach so vielen Wochen ein, wie Jahre vorher Beschwerden bestanden. Als zweckdienliche Grenze für einen sinnvollen Nutzen wird eine Besserung der Schmerzen von mindestens 30% bezeichnet. Ein optimales Ergebnis ist eine Schmerzminderung von über 50%.In der Schmerztherapie versucht man diese Erfolge durch Schmerzfragebögen zu quantifizieren. Wenn ein Patient äußert, dass es ihm "vielleicht etwas besser" oder "nicht schlechter" geht, ist dieses ein Warnzeichen und bedarf ein genaueres Nachfragen. Erfolgt kein merklicher Nutzen aus einer Schmerzmedikation, sollte ein Auslassversuch über 2-3 Wochen erfolgen bevor ein anderes Medikament verordnet wird. Bei Kombinationsgaben sollten die Medikamente nacheinander eingesetzt werden, damit die Wirkung der einzelnen Sub-stanzen zu erkennen ist. Dieses erfordert eine intensive Zusammenarbeit mit dem Patienten.

[Seite 1] [Seite 2] [Seite 3] [Seite 4] [Seite 5]




Der Vortrag steht auch als Download zur Verfügung. Download (ca. 119 kb) (
Warning: mysql_result() expects parameter 2 to be long, string given in /www/htdocs/v138307/cgi-bin/dl_hits.inc.php on line 45
x geladen)