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Vortrag von Herrn Dr. med. Hechler, Schmerztherapeut in Osnabrück, vom 22.10.2005

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Die Gabe von Morphinen und Fentanyl (z.B. MST, Durogesic) war bei neuropathischen Schmerzen lange umstritten gewesen. Hier ist von Fall zu Fall abzuwägen, ob der Erfolg höher ist als die Nebenwirkungen. Bekannt ist, dass Morphine in ausgeprägten Maßen Übelkeit bis hin zum Erbrechen verursacht. Hier muss dann Beispiel Gastrosil oder Vomex verabreicht werden um die Weiterführung der Therapie zu ermöglichen.

In der Regel dauert es mindestens 4-6 Tage, manchmal auch bis zu zwei Wochen, bis sich der Körper gewöhnt hat und die Nebenwirkungen nachlassen. Dann können die Magenmittel wieder langsam abgesetzt werden.

Retardierte Morphine und Opiate dürfen nicht als Bedarfsmedikatation angewendet werden, weil ein konstanter Pegel aufgebaut werden muss. Außerdem verändert eine unregelmäßige Anwendung das Schmerzgedächtnis im Gehirn und begünstigt ein Suchtverhalten. Zur Behandlung von Schmerzspitzen sind dagegen schnellwirksame Opiate zu empfehlen. Es kann beispielsweise morgens ein Morphiumpflaster aufgeklebt und bei zusätzlichen Schmerzspitzen Morphintropfen eingenommen werden. Es gibt auch für bestimmte Fälle Morphinlutscher, die zwar enorm teuer sind, aber nicht in das Ärztebudget fallen. Um die Lebensqualität des Patienten einigermaßen zu erhalten, sollten die Kosten nicht relevant sein. Bei der Anwendung von Morphinen und Opiaten sollten die Patienten viel Wasser trinken und zusätzlich z. B. Laxoberal einnehmen, damit ein täglicher Stuhlgang gewährleistet ist.

Die meisten Nebenwirkungen treten zu ca. 80% nur am Anfang auf. Das ist dem Patienten unbedingt mitzuteilen, damit er die Therapie nicht vorzeitig abbricht. In der Schmerztherapie gibt es Skalen von 1-10. Bei Dauerschmerzen in der Größenordnung eines VAS von 6-7 ist in vielen Fällen Fälle ein Opiat angebracht. Auch hier gilt ein Nutzen ab einer 30%igen Besserung. Es ist sehr sinnvoll während der Therapie ein "Schmerztagebuch" zu führen. Das kann zwar manchmal ziemlich lästig sein, ist jedoch wichtig für den behandelnden Arzt. Wenn ein Patient nur eine geringe Besserung der Schmerzen spürt und lediglich nur etwas besser gelaunt ist, sollte stattdessen ein Antidepressivum verordnet werden. Medikamente mit Nebenwirkungen können bei guter Wirkung trotzdem weiter verabreicht werden. Jedoch muss dabei die Nützlichkeit überwiegen und der Schaden so gering wie möglich gehalten werden.

In einer Studie von Herrn Prof. Dr. Göbel, Neurologe und Schmerzspezialist in Kiel, werden auch Elektrotherapien und Akupunkturbehandlungen bei neuropathischen Schmerzen vorgeschlagen. Meine Erfahrungen sind in dieser Richtung nicht sehr positiv. Ansonsten erziele ich mit der Akupunktur sehr gute Erfolge; eine 80%ige Schmerzreduktion bis zu einem Jahr. Diese sind leider bei Syringomyelie-Patienten nicht zu erreichen. Trotzdem kann ein Versuch erfolgen, weil jeder Körper anders reagiert und eine Akupunktur sehr unschädlich für den Organismus ist.
Dem Patienten kann auch ein TENS-Gerät (Elektrotherapie) zur Reduzierung der Nervenschmerzen verabreicht werden. Diese Anwendung ist jedoch bei einer Syringomyelie wegen der Störungen des Temperatur- und Schmerzempfindens mit Vorsicht zu betrachten. Ebenfalls muss dieser Gesichtspunkt unbedingt bei physikalischen Therapien beachtet werden. Sonst können folgenschwere Verbrennungen entstehen.
Anhand eines Fotos wird demonstriert, welche Folgen eine falsche Kurzwellen-Behandlung bei einem Syringomyelie-Patienten haben kann. Sie sehen eine massive großflächige Verbrennung dritten Grades mit Gewebezerstörung am Nacken. Die Heilung war entsprechend langwierig. So etwas darf nicht passieren!

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Der Vortrag steht auch als Download zur Verfügung. Download (ca. 119 kb) (
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